Warum Bio teuer ist.

Warum Bio Produkte so teuer geworden sind – und was das über uns verrät

Dieser Text ist ein persönlicher Streifzug durch Inflation, Alltag und den absurden Versuch, moralisch korrekt einzukaufen, während das Konto schon längst kapituliert hat.

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Bio Produkte teuer? Ein persönlicher Absturzbericht zwischen Butter und Bankrott

Da stehe ich also vor dem Kühlregal im Supermarkt.

Die Butter in der Hand. Das Preisschild im Blick.

Und ich frage mich: Dieser Barren sieht weder aus wie Gold, riecht nicht wie Gold, schmeckt nicht wie Gold – warum kostet er dann so viel wie Gold?

Es ist nicht einmal Bio. Geschweige denn vegan.

Bio-Produkte sind teuer geworden. Ich kann sie mir schon lange nicht mehr leisten.

Wie bin ich hier gelandet?

Wie sind wir als Gesellschaft an einem Punkt angekommen, an dem wir uns nicht mehr fragen: Bio oder normal?

Sondern: Butter oder Brot?

Die gute alte Zeit – und wie sie uns getäuscht hat

Früher, in der guten alten Zeit, als wir zu Hause saßen und nur hinausgingen, um von Balkonen zu klatschen, da wollte ich die Welt retten.

Ich habe Maske getragen, mich impfen lassen – und Bio-Produkte gekauft.

Natürlich geliefert, ich wollte ja niemanden gefährden. Am wenigsten mich.

Und das CO₂, das beim Liefern entsteht? Das wird doch sicher kompensiert dadurch, dass ich Bio kaufe.

Dachte ich.

Ich lag falsch.

Die Politik lag falsch.

Die Wirtschaft sowieso.

Auf die goldenen Pandemiezeiten folgten: Inflation, Energiekrise, Wirtschaftskrise, Klimakrise.

Von der Bio-Romantik zum Krisenquartett

Also wagte ich den einzigen logischen Schritt: Ich kündigte mein sicheres Einkommen und machte mich inmitten dieser multiplen Apokalypse als Kreativer selbständig.

Die Midlife-Crisis komplettierte das Krisenquartett.

Aus dem Online-Bio-Paradies wurde der Discounter um die Ecke.

Und ja – ich musste wieder mit echten Menschen in Kontakt treten. Widerlich.

Um mir selbst zu beweisen, dass ich trotzdem etwas Besseres bin, kaufte ich Milch in der Glasflasche, unverpackte Avocados und vegane Bio-Butter.

Das letzte Bahö eines gefallenen Bobos.

Doch die Krisen wurden härter, die Preise höher, mein Konto dünner.

Aus der Glasflasche wurde Tetrapack, aus Bio-Butter Margarine und aus den Avocados grüne Kartoffeln im Abverkauf.

Mit Durchfall-Diät inklusive.

Der Österreichaufschlag – eine Tragikomödie in mehreren Akten

Zur Inflation kommt das regionale Sahnehäubchen: Gier, Skrupellosigkeit – und der sogenannte Österreichaufschlag.

Sodass es billiger wäre, österreichische Bio-Produkte aus Deutschland zu bestellen, als sie hier um die Ecke zu kaufen.

So fördert man gleichzeitig die Wirtschaftskrise in Österreich und die Klimakrise weltweit.

Multitasking, aber destruktiv.

Bio-Produkte sind zum Luxus geworden.

Nachhaltiger Konsum zum Witz.

Und wenn man im Supermarkt schon keine moralischen Entscheidungen mehr trifft, sondern nur noch nach etwas sucht, das man sich überhaupt leisten kann, dann wird die Klimakrise selbst zum Luxusproblem.

Und Luxus zum Problem.

Die Krise als Vollzeitjob – und YouTube als Hoffnungsschimmer

Meine ursprünglichen Gedanken zum Thema, warum Bio so teuer ist, habe ich in einem Video verarbeitet und auf YouTube hochgeladen.

In der Hoffnung, dass ich damit irgendwann Geld verdiene.

Vielleicht sogar rechtzeitig – bevor die nächste Krise kommt.

Hier ist das Video:

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